Mili Weber

«In Biel, im Kanton Bern, kam ich auf die Welt, am 1. März 1891. Früh begann ich zu zeichnen und zu malen und illustrierte die Geschichten, die ich hörte und las. Meine Halbschwester, die Blumenmalerin Anna Haller, war mir ein und alles. Von ihr erhielt ich den ersten Unterricht. Nachdem ich am Kindergärtnerinnenseminar an der Neuen Mädchenschule in Bern das Diplom erhalten hatte, reiste ich mit Anna Haller nach München. In der Malschule von Professor H. Knirr studierte ich Porträt und Figur. Der erste Weltkrieg brach aus. Wir reisten plötzlich heim. Nach dem Tode meiner lieben Mamma zogen wir nach Saas im Prätigau und dann nach St. Moritz. » 

 

 

 

 

 

So berichtet Mili Weber selbst über ihr Leben. In ihrer handgeschriebenen Kurzbiographie erzählt sie dann von den Aufträgen durch Verleger, die ihre Bilder für Karten, Glückwunschkärtchen, Bilderbücher, Schokoladepackungen und andere Verpackungen verwendeten. Daneben malte sie Kinderbildnisse in Öl und Aquarell, Märchenszenen und Blumengeschichten. «Diese sind Offenbarungen», schreibt sie und fährt fort: «In Arosa malte ich Fresken in ein Schulzimmer und in einem Privathaus im Engadin Wände und Decken al fresco. Diese Arbeit zauberte an statt Geld eine Orgel in unser Häuschen. Unzählige meiner Bildehen mit Blumenseelchen haben Freunde gefunden in aller Welt. Die Puppenstube, die mir zum Andenken an eine jung verstorbene Freundin geschenkt wurde, ist inzwischen zu einem Schloss umgebaut worden, über dessen Bewohner ich eine Chronik schreibe. Allein lebe ich heute in meinem kleinen Haus am Waldrand, das dereinst ein Museum werden soll und die Tiere des Waldes sind meine Gäste und treuen Freunde.»